Der Bahnhof von Mürzzuschlag

Das erste Stationsgebäude von MürzzuschlagDas erste Stationsgebäude von Mürzzuschlag © WintersportmuseumEin mächtiger Schritt ist vorwärts geschehen, ein wichtiges und folgenreiches Werk im gesegneten Gedeihen begriffen!"

Eröffnung der wien-triester Eisenbahn

In der Leipziger Illustrirten Zeitung vom 7. Juni 1845 ist ein ausführlicher Bericht über die Eröffnung der wien-triester Eisenbahn zu lesen. Damit gemeint der erste Abschnitt dieser Strecke von Mürzzuschlag nach Graz.

Der 21. Oktober 1844

Die feierliche Eröffnung der Strecke Mürzzuschlag – Graz wurde am 21. Oktober 1844 mit einem Festzug, gezogen von der Lokomotive „Gratz“ begangen. Auf dem Festzug fuhren Erzherzog Johann und Generalinspektor Carl Ghega mit. Die Festgäste trafen um 12.45 Uhr in Mürzzuschlag ein. Begrüßt von der Bevölkerung, den Gebirgsjägern und Bergknappen. Der Bahnhof war mit Reisig und Fahnen dekoriert. Die Personenhalle wurde zu einem Festsaal umdekoriert und ein „glänzendes Dejeuner“ (Mittagessen) veranstaltet. Um 14 Uhr startete der Festzug Richtung Graz.

Die kolorierte Federzeichnung

Die lediglich 10x13 cm kleine kolorierte Federzeichnung von 1844 zeigt das erste Aufnahmegebäude von Mürzzuschlag. Das Stationsgebäude von Mürzzuschlag wurde als Bahnhof 1. Kategorie gebaut: mit verputzter Außenfassade und gemauerter Personenhalle für die Personenzüge. Der schlichte Bau war von einem Glockenturm geprägt. Vielleicht war es eben auch der Mürzzuschlager Bahnhof der Peter Rosegger zu einer Geschichte animierte:

Dieses Haus ist bisher immer vergessen worden, wenn man das Dorf geschildert hatte. Das wundert mich, denn es macht sehr viel Lärm, mehr als jedes andere Haus im Dorfe, sogar mehr als die Kirche. Die Kirche läutet nur zu den Gebetsstunden, am Bahnhofe läutet´s und pfeift´s Tag und Nacht. Die Glocke am Bahnhofe läutet nicht die Leute zusammen, denn wer auf dieses Läuten warten wollte, der käme zu spät, sie läutet die Züge ein und aus gleich der Kirchenglocke, die den Wallfahrerzug ein- und ausläutet. „Beim Eisenbahnfahren bin ich wie der Bischof“, sagte der Kalbelbauer, „beim Bischof läuten auch die Glocken, wenn er ankommt und wenn er abreist.“
ROSEGGER, Peter: Der Dorfbahnhof. In: Spaziergänge in der Heimat. Ausflüge in die Fremde, 1894

Die Federzeichnung ist eine Leihgabe des Wintersportmuseum Mürzzuschlag.