Gepäckkarren
... die stillen Helfer des Reiseverkehrs

Bevor Kofferrollen über Bahnsteige klapperten und Förderbänder den Gepäcktransport übernahmen, waren sie unentbehrlich: Gepäckkarren gehörten über Jahrzehnte zum alltäglichen Bild auf den Bahnsteigen großer und kleiner Bahnhöfe.Mit ihnen wurde Reisegepäck, Expressgut und kleines Stückgut transportiert, das früher in eigenen Gepäckwagen mit den Personenzügen befördert wurde. Die Karren sorgten dafür, dass Gepäck rasch und zuverlässig zwischen Zug, Bahnsteig, Abfertigungsräumen und Lagern bewegt werden konnte.
Unterschiedliche Bauarten
Im Laufe der Zeit entwickelten sich unterschiedliche Bauarten. Neben leichten, einfachen Handwagen gab es auch schwere Gepäckkarren, wie jenes Exemplar, das im Südbahnmuseum ausgestellt ist. Diese massiven Wagen wurden nicht mehr von Hand geschoben, sondern von kleinen Traktoren gezogen. Sie kamen vor allem in größeren Personenbahnhöfen zum Einsatz.
Objekt des Monats Jänner
Der gezeigte schwere Gepäckkarren war am Bahnhof Mürzzuschlag in Verwendung und ist ein eindrucksvolles Zeugnis der logistischen Abläufe vergangener Zeiten.
Ein weiterer, kleinerer Wagen stammt von der österreichischen Post und war am Hauptpostamt des Wiener Südbahnhofs im Einsatz. Hier wurde das Versandgut – meist Pakete – nach Bestimmungsbahnhöfen vorsortiert und zu den jeweiligen Postwagen gebracht. Mehrere dieser Karren wurden zu ganzen „Zügen“ zusammengestellt und auf den Bahnsteigen von elektrischen, batteriebetriebenen Zugfahrzeugen gezogen – mitten durch das geschäftige Treiben der Reisenden.
Die ausgestellten Gepäckkarren machen sichtbar, wie viel Organisation und körperliche Arbeit nötig war, um den reibungslosen Ablauf des Bahnverkehrs sicherzustellen. Sie stehen stellvertretend für jene Helfer im Hintergrund, ohne die das Reisen mit der Eisenbahn einst nicht möglich gewesen wäre.

