Unsere Wünsche werden erfüllt!

Der Blaue Blitz fährt über den Semmering und ist zu Gast beim Internationalen Nostalgiefest in Mürzzuschlag!

Der 5145.11 steht wieder für Nostalgiezüge zur Verfügung!

6.4.16 Eisenbahnmuseum Strasshof (C) Rupert Gansterer

Der Dieseltriebwagenkopf wurde 1954 von der SGP-Simmering unter der Fabriksnummer 73.801 für die ÖBB gebaut. Der Dieselmotor stammt vom gleichen Hersteller (SGP S12a). Das hydraulische Zweiwandlergetriebe (T26/500) sowie die zwei Achsgetriebe (Voith A100k) lieferte Voith.
Die ÖBB bezeichneten den Triebkopf als 5045.11, kuppelten ihn mit dem notwendigen Steuerwagen 6545.11 und beheimateten die zweiteilige Garnitur in Linz. Von dort aus wurde dieser im Städteschnellverkehr zwischen Graz und Salzburg eingesetzt. Ab 1955 gelangte er als „Steiermark-Express“ sogar bis nach München. Am 19. Dez. 1959 wurde der 5145.11 am Bf. Wien-Süd stationiert und im Schnellzugverkehr nach Graz und Villach verwendet.
1961 wurde der Triebkopf in sein heutiges äußeres Aussehen umgebaut. Der extrem hohe Dachaufbau wurde entfernt, Übersetz-Halbfenster wurden eingebaut, die Inneneinrichtung
mit grünen Kunstledersitzen modernisiert und die Motorleistung von 368 kW auf 397 kW erhöht. Zur besseren Unterscheidung erhielt er nun die Bezeichnung 5145.11.
Meist gekuppelt mit einem Zwischenwagen (7645) und einem notwendigen Steuerwagen (6545) gelangte er im internationalen Schnellzugverkehr als „Venezia“ nach Venedig, als „Miramare“ nach Triest sowie als TS 122/123 nach Budapest. Da diese Zugverbindungen äußerst beliebt waren, mussten die Garnituren fünfteilig, in seltenen Fällen sogar sechsteilig zusammengestellt werden. Dabei wurde statt dem Steuerwagen ein zweiter Triebkopf gekuppelt. Ab 1970 war der 5145.11 meistens nur noch zweiteilig mit einem Steuerwagen im Eilzugverkehr zwischen Wien, dem Burgenland und der Steiermark im Einsatz.

Am 1. Juni 1973 beheimateten die ÖBB den 5145.11 in Wien Ost. Doch bereits am 10. Dez. 1973 wurde er in die Hauptwerkstätte St. Pölten einberufen. Nun erhielt er eine umfassende  HG-Ausbesserung, der Führerstand wurde modernisiert und die Sitzplätze bekamen eine rotbraune Stoffpolsterung. Am 1. März 1975 gelangte er wieder nach Wien-Ost, um Regionalzüge in Ostösterreich zu führen. Infolge der EDV-Umstellung der Fahrzeugbezeichnung erhielt der Triebwagen am 1. April 1985 die neue Nummerierung  5145 011-2.

Im Rahmen des Jubiläums „150 Jahre Eisenbahn in Österreich“ nahm er 1987 bei der Fahrzeugparade in Strasshof teil.
Schließlich erfolgten am 1. Mai 1992 seine Ausmusterung und die Übernahme in den Nostalgiefahrzeugbestand der ÖBB. Nun gelangte er in die Betreuung von engagierten Bediensteten der Zgf. Wien Ost (Club Blauer Blitz). So konnte er noch etliche Sonderfahrten für die ÖBB-Erlebnisbahn durchführen. 2011 musste der 5145.11 abgestellt werden und wurde der  Austrovapor GmbH zum Kauf angeboten.
Am 4. Mai 2012 gelangte er ins Eisenbahnmuseum Strasshof. Gemeinsam mit den Mitarbeitern des „Club Blauer Blitz“ wurde bis 2016 an einer Inbetriebnahme gearbeitet. Nun steht der 5145.11 wieder für Nostalgiezüge zur Verfügung.

5145.11 + 6645.02 Probefahrt Bf. Hohenau, 2.5.2016. (C) Rupert Gansterer

Technische Daten 5145.11

Bauart B‘2‘ dh 
Höchstgeschwindigkeit 115 km/h
Baujahr 1954 
Stundenleistung 397 kW
Dienstgewicht 49,45 t
Sitzplätze 56

EIGENTÜMER
Austrovapor
 
BETREUER
1.öSEK

30.5.2015 im Eisenbahnmuseum Strasshof (C) Rupert Gansterer
17.11.2012 im Bf. Wien Floridsdorf (C) Rupert Gansterer

Mit von der Partie...

Der Dieseltriebwagen wurde 1937 von der Maschinen- und Waggonfabrik Simmering unter der Nummer 65678 für die BBÖ gebaut, die ihn als VT 42.14 bezeichnete. Die beiden Dieselmotoren stammten vom gleichen Hersteller (SGP R8). Die Generatoren des Typs EDG130 (126kW, 313V, max. 400A) wurden von den Siemens-Schuckert Werken geliefert und die zwei elektrischen Fahrmotoren des Typs EDM116 (116kW, 313V) stammen von Elin.
Als erste Dienststelle wurde ihm 1937 die Zugförderung Bregenz zugeteilt, von wo aus er im Rheintal eingesetzt wurde.
Die Deutsche Reichsbahn reihte ihn 1939 als C4ivT903 in ihren Bestand ein und stationierte ihn in Graz. Nun kam er im Eilverkehr Graz – Salzburg und Graz – Villach zum Einsatz. 1943 erfolgte in der Hw. St. Pölten ein Umbau auf Gasantrieb. Schwer beschädigt musste er 1945 abgestellt werden.
1948/49 wurde der Triebwagen in der Hw. St. Pölten neu aufgebaut. Dabei wurde die Treibgasanlage wieder entfernt und die Inneneinrichtung umgebaut. Dabei erfolgte eine Reduzierung der Sitzplätze von 78 auf 64.
Ab 8. September 1949 in der Zgf. Villach beheimatet, wurde er im Korridorverkehr nach Wolfsberg verwendet. Am 10. Juli 1953 erfolgte von den ÖBB die Umbezeichnung auf 5042.14. In den Jahren 1954 bis 1965 wechselten seine Stationierungen mehrmals zwischen Lienz, Villach und Graz, wobei er im Eilzugsverkehr auf den nicht elektrifizierten Hauptstrecken verwendet wurde.

1965/66 erfuhr der Triebwagen eine Hauptausbesserung. Dabei erhielt er Halbfenster und grüne gepolsterte Kunstlederbänke. Ab 30. April 1966 kam er zur Zgf. Wien-Nord. Anfangs noch im leichten Eilzugverkehr auf der Nord- und Nordwestbahn verwendet, verlagerte sich sein Einsatz ab 1979 hin zum Lokalbahnverkehr des Weinviertels. Für das Jubiläum „150 Jahre Eisenbahn in Österreich“ 1987 erhielt der 5042.14 als letztes Fahrzeug seiner Bauart
noch einen Neuanstrich. Schließlich erfolgten am 1. August 1989 seine Ausmusterung und die Übernahme in den Nostalgiefahrzeugstand der ÖBB.
Nun wurden zahlreiche Nostalgiefahrten im In- und Ausland mit dem 5042.14 durchgeführt. So wurde er 2003 als „Reblaus-Express“ nach Drosendorf und 2006 im Kamptal regelmäßig eingesetzt. 2007 erfolgte in Wien-Ost eine neuerliche Hauptausbesserung. Dabei wurde auch die Inneneinrichtung luxuriös umgestaltet und eine kleine Bar eingebaut. Die Sitzplatzanzahl verringerte sich nun auf 52.
Nach einem neuerlichen technischen Schaden wurde der Triebwagen an die Austrovapor GmbH verkauft und am 4. Mai 2012 ins Eisenbahnmuseum Strasshof überstellt. Dort konnten die Mitarbeiter des 1.öSEK den Schaden beheben und nun steht der 5042.14 wieder für Nostalgiezüge zur Verfügung.

5042.14

TECHNISCHE DATEN:  
Bauart: (1A)(A1) de 
Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h
Baujahr: 1937 
Stundenleistung: 2x154 kW
Dienstgewicht: 59,1 t
Sitzplätze: 52

EIGENTÜMER: Austrovapor 
BETREUER: 1.öSEK