Der 4042.01 kommt nach Mürzzuschlag!

(C) Adrian Geringer

Jungfernfahrt zum Triebwagentreffen in Mürzzuschlag

Von 2010 bis 2016 wurde der Triebwagen 4042.01 von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Nostalgiebahnen in Kärnten restauriert.

Am 12. Juni 2016 veranstalten sie nun ihre Jungfernfahrt zum Nostalgiefest nach Mürzzuschlag!

 

 

 

 

Am 21.12.1988 auf der Kalten Rinne
Krausel Klause Tunnel
Haupttunnel. (C) NBiK

Steckbrief

1934 bestellten die Österreichischen Bundesbahnen zwei vierachsige Elektroschnelltriebwagen für den gehobenen Städteschnellverkehr. Zwei Jahre später, 1936, wurden der ET 11.01 und ET 11.02 ausgeliefert und in Salzburg in Dienst gestellt. Nach planmäßigen Umläufen auf der Tauernbahn gelangten
beide Triebwagen auch auf der Westbahn zwischen Salzburg und Wien zum Einsatz. Der ET 11.02 war, bedingt durch einen Bombentreffer während des zweiten Weltkrieges für fünf Jahre nicht einsatzbereit und wurde 1950 durch die HW Linz in Stand gesetzt. 1956 wurden mit beiden Triebwagen erstmals Testfahrten für das dynamische Verhalten der Stromabnehmer bei höheren Geschwindigkeiten durchgeführt. Diese weltweit erstmaligen Versuchsfahrten erregten großes Aufsehen und waren für die Konstruktion und Auslegung von Stromabnehmern für Geschwindigkeiten über 150 km/h von großer Bedeutung.
Ab 1957 erfolgte ein grundlegendes Modernisierungsprogramm durch die ÖBB. Beide Triebwagen erhielten geänderte Führerstände und neue Fahrgasträume, ebenfalls wurde je ein Triebwagen mit einem Steuerwagen der Reihe 6042 gekuppelt. Auch das Einsatzgebiet änderte sich: von Villach ausgehend
erfolgte die Verwendung im Kärntner Regionalverkehr. Bis 1966 befuhren beide Triebwagen samt Steuerwagen fast sämtliche elektrifizierten Strecken im Kärntner Raum. Beliebte Umläufe waren die „Seenrunde“, von Villach ausgehend über die Wörthersee- Strecke nach Klagenfurt und weiter nach St. Veit an der Glan, von dort über die Ossiacher See- Strecke und Feldkirchen zurück nach Villach.
1966 erfolgte der Verkauf an die Steiermärkischen Landesbahnen (StLB). Diese bauten die Triebwagen in ihrer Werkstätte in Weiz für den Einsatz auf der hauseigenen Strecke Peggau – Übelbach um. Die Adaptierung dauerte fast zwei Jahre, zwischen 1968 und 1994 waren beide Fahrzeuge auf der o.g. Strecke nördlich von Graz im Einsatz.

Technische Daten

Achsfolge  Bo’ 2’   
Länge über Puffer 23 520 mm
Dienstmasse  50,5 t   
Drehzapfenabstand 15 960 mm
Sitzplätze  72   
Drehgestell-Achsstand 3 200 mm
Dauerleistung  2 × 165 kW   
Raddurchmesser  1 000 mm
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h   
Wagenkastenbreite 2 800 mm

(C) Adrian Geringer

Frisch restauriert!

Die „Nostalgiebahnen in Kärnten“ (NBiK) erwarben 1996 beide für Kärnten historisch bedeutsamen Triebwagen und überführten diese in das Heizhaus St. Veit an der Glan, welches zum damaligen Zeitpunkt bereits vom Verein gepachtet war. 2008 konnte das Heizhaus samt Betriebsanlagen gekauft werden – eine dauerhafte wettergeschützte Unterstellung ist somit auch für die Zukunft gesichert. Ein Jahr später erwarb der Verein den letzten erhaltenen Steuerwagen der Reihe 6042. Damit sind alle noch erhaltenen Fahrzeuge der Reihen 4042 / 6042 im Besitz des Vereines. Zwischen 2010 und 2016 wurde der 4042.01 von den ehrenamtlichen Mitgliedern der „Nostalgiebahnen in Kärnten“ generalüberholt und liebevoll im Zustand der 60er Jahre renoviert. Der geleistete Arbeitsumfang entspricht einer Teilausbesserung, wobei hierbei auch die Drehgestelle ausgebaut und aufgearbeitet werden mussten. Diesen Arbeitsumfang an einem Elektrotriebfahrzeug wurde bislang von keinem weiteren Eisenbahnverein in Österreich geleistet! Im Zuge dieser Arbeiten wurde das Fahrzeug mit modernen Sicherheitseinrichtungen für den Betrieb am ÖBB- Netz ausgerüstet.