Das war noch nie da!

Wir sind sehr stolz und freuen uns über alle Maßen -
der Verein ProBahn Vorarlberg führt einen Sonderzug zu unserem Nostalgiefest!

Die Reise startet am Samstag, 11.6. in Lindau. Die Teilnahme am Internationalen Nostalgiefest 2016 in Mürzzuschlag stellt die längste Sonderfahrt des Vereins ProBahn Vorarlberg dar.

Programm

 

 

(C) M. Rabanser

Der heutige MBS-Triebwagen ET 10.104 wurde von der Gottfried Lindner AG in Ammendorf bei Halle an der Saale im Jahr 1935 mit der Fabriknummer 55362 als Dieseltriebwagen in Betrieb gestellt. Unter der Ägide der Deutschen Reichsbahn verkehrte der Triebwagen zuerst mit der Betriebsnummer VT 137 144. Den ersten Betriebstag absolvierte er am 20. Dezember 1935 und wurde in der Folge vom Bahnbetriebswerk Landau (Pfalz) aus eingesetzt. Am 15. Oktober 1947 erfolgte die Umzeichnung zum VT 63 907. Danach war der Triebwagen in Nürnberg stationiert. Am 31. Dezember 1959 kam es zur Abstellung des Fahrzeuges, der erst am 30. März 1962 die formelle Ausmusterung folgte. In den Jahren 1961 und 1962 erwarb die Montafonerbahn AG (MBS) insgesamt drei ausgemusterte Dieseltriebwagen der Baureihe VT 63 von der Deutschen Bahn. Im Einzelnen handelte es sich dabei um den VT 63 905, VT 63 906 sowie um den VT 63 907. Noch vor dem Verkauf an die MBS wurden die nicht mehr benötigten Dieselmotoren ausgebaut. Die von der MBS dann eingebauten Stromkomponenten wurden von der Firma AEG aus Berlin geliefert. Der ehemalige VT 63 905 wurde in den Folgejahren in der Werkstätte Schruns zum Zweistrom-Systemtriebwagen umgebaut und unter der Nummer ET 10.103 im Jahr 1965 auf der Montafonerbahn in Betrieb genommen. Die MBS hatte damals noch eine Stromspannung von 850 Volt Gleichstrom, für die Ein- und Ausfahrt aus dem ÖBB-Bahnhof Bludenz musste der Triebwagen jedoch auch bei einer Spannung von 15 kV Wechselstrom für 16 2/3 Hz fahren können. Deshalb war ein Umbau zum Zweisystem-Fahrzeug nötig. Am 6. März 1972 erfolgte die Umstellung der MBS-Oberleitung auf den auch von den ÖBB verwendeten Wechselstrom mit 15 kV. Der ehemalige DB VT 63 907 wurde erst einige Jahre später in der Werkstätte Schruns umgebaut. Seine Inbetriebnahme erfolgte im September 1974. Aus diesem Grunde konnte er von vornherein als reiner Wechselstrom-Triebwagen in Betrieb gehen. Der ehemalige VT 63 906 diente nur als Ersatzteilspender und wurde nach Beendigung der Umbauarbeiten an den MBS ET 10.103 und 10.104 verschrottet. Nach mehreren Jahrzehnten im täglichen Einsatz konnte durch die Inbetriebnahme neuer Triebwagen bei der MBS auf die Dienste der mittlerweile in die Jahre gekommenen Triebwagen verzichtet werden. Der ET 10.104 hatte den letzten Planzug-Einsatz auf seiner Stammstrecke am 6. August 2007. Im Jänner 2009 konnte der Verein Pro Bahn Vorarlberg die beiden Triebwagen übernehmen. Mit der Montafonerbahn wurde ein diesbezüglicher Überlassungsvertrag abgeschlossen. Nachdem sich der ET 10.104 in einem besseren Zustand befand, fasste der Vereinsvorstand den Beschluss, diesen Triebwagen betriebsfähig zu erhalten und den ET 10.103 als Ersatzteilspender zu verwenden. In den folgenden Monaten fanden diverse Ausbesserungsarbeiten statt. Bereits im Jahr 2009 kam es zu ersten Charterfahrten mit dem historischen Triebwagen. Für derartige Fahrten kann das Fahrzeug nach wie vor angemietet werden. Im Dezember 2012 fand dann die erste öffentliche Fahrt statt. Diese führte zum „Silbriga Sonntig“, dem größten Weihnachtsmarkt des Montafons in Schruns. Nachdem dieser Publikumsfahrt ein großer Erfolg beschieden war, wurde dieses Angebot in den nächsten Jahren mehr und mehr forciert. Mittlerweile bietet der Verein Pro Bahn Vorarlberg vier öffentliche Fahrten pro Jahr mit dem ET 10.104 an.

Technische Daten MBS ET 10.104

Achsfolge:  B0’ B0’
Eigengewicht:  42,7 t
Länge über Puffer: 22,08 m
Stundenleistung: 328 kW
v/max:   100 km/h
Anzahl Sitzplätze: 64